9. Türchen


Fatoumata Diawara

 

Die Lebensumstände für Männer und Frauen in Mali sind sehr unterschiedlich, doch immer mehr Frauen lehnen sich offen gegen ihre Situation auf. Auch in Timbuktu, dem politischen und kulturellen Zentrum des Landes, herrschte lange Zeit diesbezüglich das große Schweigen. Aber aus dieser schweren Stille erhob sich die kraftvolle Stimme von Fatoumata Diawara, die den Mut hatte, trotz der Scharia zu singen. Mit 12 Jahren ihrer Familie endgültig zu rebellisch geworden, wurde sie zu einer im Filmgeschäft tätigen Tante nach Bamako geschickt, die die künstlerischen Kräfte in Fatoumata freisetzte.

Fatoumata siedelte um nach Paris, wo sie erste Filmrollen und Auftritte als Sängerin bekam. Mehrere Jahre arbeitete sie zweigleisig, doch das änderte sich mit dem Erfolg ihres Debut-Albums „Fatou“. Seither ist sie mit ihrer einmaligen Musik-und Tanzperformance als Künstlerin, aber auch als Botschafterin für ihr Land, für einen ganzen Kontinent und dessen Frauen weltweit unterwegs und feiert „die historische Chance, unsere Kultur neu präsentieren zu können“.