Zuletzt hat Nicholas DiSalvo mit seinen Side-Projekten Delving und Weite auf dem Berg überzeugt. Jetzt ist mal wieder seine Hauptband dran. Ihre US-Tour mit Tool neulich hat den psychedelic Proggern endlich die Aufmerksamkeit beschert, die sie sich spätestens mit dem sehr guten 2017er Album „Reflections Of A Floating World“ verdient haben. Seit einigen Jahren schon lebt DiSalvo in Berlin und verfeinert nun also von hier aus sein musikalischen Lavalampen-Konzept. Grobklotzige Riffs, filigranes Fingerpicking, Synth-Schwaden und raumgreifende Soloexkursionen, die sphärisch-spacig, aber auch verfrickelt-jazzig sein können, fließen ineinander, transformieren sich ganz organisch. Es ist ein gemächlicher, aber steter Prozess des Übergangs in etwas Neuem. Doch bei aller kompositorischen Wandlungsfähigkeit stecken die Elder-Kompositionen auch voller Stellen, die einem das limbische System zurechtrütteln.
