Im Video zu „Sands Of Time“ stehen die Bandmitglieder im Plattenladen, legen der gestrengen Tresenkraft ihre Referenzalben auf den Tresen und ernten viel Stirnrunzeln und Spott mit AOR-Klassikern von Who bis Van Halen, gelegentlich auch mal ein freundliches Nicken für King Crimson, aber dann blättern sie das Gesamtwerk von Thin Lizzy hin, und damit zaubern sie sogar dieser knallharten Stilpolitesse ein Lächeln ins Gesicht. Wer sich für die Einflüsse von Spidergawd interessiert, bekommt hier viel Material zum Nachhören geboten. Aber wie es der Truppe um Kreativchef Peter Borten immer wieder gelingt, aus dem alten Kram das Hymnische zu extrahieren und in eine anmutige neue Form zu gießen, ist damit jedoch längst nicht geklärt. Rolf Martin Snustad, der sein riesiges Bariton-Saxophon wie eine verzerrte Gitarre spielt und diese profanen Kirchenlieder zur Überlebensgröße aufbläst, hat jedenfalls einen großen Anteil daran.
