Sängerin und Multiinstrumentalistin Francis Tobolsky zieht auch kompositorisch die Strippen in diesem beeindruckend musikalischen Dresdner Quartett. Wucan haben sich ein eigenes Fach in der Retro-Abteilung erspielt, sie reanimieren den ornamental verspielten Siebziger-Prog, und das von Wessi-Kultursnobisten gern ausgesonderte Kraut aus dem Osten (Elektra, Lift, Stern-Combo Meißen etc.) kommt hier selbstverständlich mit in den Topf, gleich neben Heart, Jethro Tull oder Focus. Ein agiles Cover des Proto-Metal-Klassikers der Klaus Renft Combo, „Zwischen Liebe und Zorn“, ist hier also genauso drin wie eine ganz unpeinliche Disco-Adaption. Das ist eklektisch und alles andere als provinziell. Ihre kleinen Suiten zeugen von beträchtlicher Spiellaune und instrumentaler Souveränität. Und Tobolsky kann nicht nur viele Instrumente spielen, sie singt sich auch mit einiger Intensität durch alle Lebenslagen.
